Vom „Verschönerungs-Comité“ zum „TOP – Tourismus und Ortsverschönerungsverein Perchtoldsdorf“

Mehr als 140 Jahre Engagement von Bürgern und Wirtschaft für Perchtoldsdorf

Wie in vielen anderen niederösterreichischen Gemeinden wurde auch in Perchtoldsdorf in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Verschönerungsverein ins Leben gerufen, der bald eine große Rolle für den Fremdenverkehr und die Ortsbildpflege spielen sollte.

Bereits 1868 hatte sich in Perchtoldsdorf ein „Verschönerungs-Comitée“ gebildet, das als dringendste Aufgabe die Verschönerung des Fußweges nach Liesing ansah. 1870 wurde die Umgestaltung des Föhrenwäldchens zwischen den Villen der Familien Grienauer (später Baltaxe) und Spina in eine Parkanlage in Angriff genommen. Das Komitee sollte zu diesem Zweck nach und nach bis zu 200 Gulden aus der Gemeindekassa erhalten. Es ließ aber auch an verschiedenen Wegen Bänke aufstellen, legte Spazierwege an und versah die Ausflugswege mit Orientierungstafeln.

Parkanlage und Ballveranstaltungen

Im Jahre 1871 wurde der Obmann des „Comités“, der spätere Bürgermeister Mathias Begrisch († 1875), wegen seiner Verdienste um die Förderung der Gemeindeinteressen, besonders aber wegen des neuen Parks am Leonhardiberg, den er auf eigene Rechnung hatte anlegen lassen, zum Ehrenbürger ernannt.

Im Jahre 1880 wurde das „Comité“ in „Verschönerungsverein“ umbenannt und auf dem Marktplatz eine Kastanienallee, die so genannte „Kronprinz-Rudolf-Allee“ gesetzt, die bis vor das Rathaus reichte. Im Folgejahr errichtete der Verein auf Initiative seines Gründungsmitglieds Architekt Franz Fröhlich (1823-1889) die erste Josefswarte als Holzkonstruktion auf dem hinteren Föhrenberg.

Prominente Mitglieder

Die nötigen Mittel erhielt der Verein aus Spenden und regelmäßigen Mitgliedsbeiträgen, aber auch aus Veranstaltungen. Besonderer Beliebtheit erfreute sich das Waldfest am Leonhardiberg, in dessen Rahmen es Konzerte, einen Bal champêtre und eine Lotterie gab. Diese Veranstaltungen belegen auch die gesellschaftliche Funktion des Vereins, in dem sich zahlreiche Prominente engagierten: Professor Josef Hyrtl, der große Wohltäter Perchtoldsdorfs, der bereits genannte Franz Fröhlich, Architekt der Wiener Ringstraßenstraßenzeit oder Christine Spina, Gesellschaftsdame des Wiener fin-de-siècle und Bewohnerin der gleichnamigen Villa.

Im Jahre 1930 gab der Verschönerungsverein die beachtliche Publikation „Perchtoldsdorf. Der Führer von Perchtoldsdorf. Die an Naturschönheiten und Baudenkmälern reiche Perle des Wienerwaldes“ heraus.

Im Archiv der Marktgemeinde Perchtoldsdorf befinden sich mehrere Faszikel, die sich mit der Entwicklung des Verschönerungsvereines im Zeitraum 1880-1935 beschäftigen und die vielfältigen Aktivitäten, vornehmlich auf dem Gebiet der Fremdenverkehrswerbung, dokumentieren.

Nach der Wiederverselbständigung Perchtoldsdorfs 1954 und der Errichtung eines Kultur- und Fremdenverkehrsreferats im Rahmen der Gemeindeverwaltung wurden nunmehr viele Agenden durch die Marktgemeinde. Erst die Gründung des „TOP“ Tourismus- und Ortsverschönerung Perchtoldsdorf verlieh der ursprünglichen Gründungsidee wieder neuen Schwung und Elan, der mit zahlreichen Aktionen seither eindrucksvoll unter Beweis gestellt wird.

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